Erfahrungen & Bewertungen zu Roberts Teehaus
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Russische Teekultur

                                               
Die russische Teekultur ist rund 400 Jahre alt. Russen lieben Tee. Fast alle trinken ihn täglich. Schätzungen sprechen von rund 200 Litern pro Jahr. Pro Person! Dies ist fast das Zehnfache von dem, was in Deutschland konsumiert wird, und davon verbrauchen die Ostfriesen den größten Teil. Zurück zu Russland: Ein heißes Getränk ist im kaltem Klima höchst willkommen; und der Samowar spendet zusätzlich Wärme und sorgt für behagliche Atmosphäre.


Russische Teekultur

Geschichte

Die Geschichte der russischen Teekultur beginnt Anfang des 17. Jahrhunderts. Als Geschenk für den Zaren kam Tee aus China, einem Reich, in dem es ihn schon sehr lange gab. Er war Grundlage für ein luxuriöses, sehr teures Getränk, denn Karawanen mussten ihn mühsam den langen Weg bringen. Am Ende des selben Jahrhunderts wurde der Handel vertraglich geregelt. Tee wurde gegen Pelze getauscht. Im späten 18. Jahrhunderts nahm der Import einen solchen Aufschwung, dass die Preise sanken. Das war der eigentliche Anfang der russischen Teekultur, denn nun war чай (chay) auch für die einfachen Leute bezahlbar. Der Weg zum Volksgetränk stand nun offen. Und dann, Ende des 19. Jahrhunderts, war die erste Teilstrecke der Transsibirischen Eisenbahn fertig, was für den Tee bedeutete, dass er jetzt nicht mehr über ein Jahr unterwegs war, sondern kaum länger als eine Woche. Aber er kam jetzt nicht mehr nur direkt aus China, sondern er wurde auch aus Europa eingeführt.
Seit dem frühen 19. Jahrhundert gab es Versuche, Teesträucher in Russland zu kultivieren. Das wollte in dem dortigen Klima nicht so recht gelingen. Erst in neuerer Zeit werden sie in Sotschi angebaut, im Südwesten des Landes, an der Schwarzmeerküste. Diese Pflanzungen gelten als die nördlichsten der Welt. Russische Teesorten sind aber immer noch vorwiegend Mischungen bestimmter chinesischer Tees, die im Geschmack an die speziellen Gegebenheiten der Karawanen erinnern.


Russische Teesorten

Auch wenn in Russland mehr und mehr grüner Tee getrunken wird, so ist doch die Vorliebe für schwarzen typisch für die russische Teekultur. Den Begriff Karawanentee gibt es noch heute. Damit ist solcher gemeint, der dieses leicht rauchige Aroma aufweist, das er in alten Zeiten von den Lagerfeuern der reisenden Händler bekam. Heute werden gerne geräucherte Sorten wie der chinesische Schwarztee Lapsang Souchong verwendet, etwa gemischt mit Oolong, dem Halbfermentierten aus China.
Lapsang Souchong hat, neben der Rauchnote, noch eine andere für die russische Teekultur wichtige Eigenschaft: Er wird nicht bitter, wenn er lange zieht. Damit ist er ideal für die Zubereitung im Samowar.
Auch milder Darjeeling, chinesischer Keemun und intensiver Assam-Tee sind für eine russische Mischung beliebt. Der mittelkräftige Ceylon-Tee vereint all das in sich.


Die russische Teekultur und der Samowar

Er ist von Russland über Zentralasien bis in die Türkei verbreitet. Im Grunde ist er ein traditioneller, exotischer Wasserkocher. In einer kleinen Kanne, die darauf gesetzt wird, befindet sich der sehr starke Aufguss. Tassen oder Gläser werden zu einem Drittel oder weniger, manchmal sogar nur zu einem Zehntel damit gefüllt. Dann wird das Konzentrat mit heißem Wasser auf angenehme Trinkstärke verdünnt.


Russische Teezeremonie

Sie findet im Wohnzimmer statt und niemals dort, wo Mahlzeiten eingenommen werden. Der Samowar ist schon in Betrieb, die Dame des Hauses schenkt ein. Nicht nur Zitrone und Würfelzucker stehen auf dem Tisch, sondern noch andere Leckereien, meist süße. Auch, für uns ungewohnt, Warenje (Варенье), eine Art ungelierter Marmelade, die im heißen Getränk aufgelöst oder einfach in den Mund genommen wird, bevor ein Schluck Tee darüber fließt.

Russen werden den Kopf schütteln, aber wenn Sie sich inspiriert fühlen, ohne stilgerecht ausgerüstet zu sein, versuchen Sie einfach eine mitteleuropäisch angepasste und vereinfachte Form. Sie mögen kein Raucharoma? Verwenden Sie Ceylon-Tee, der passt immer. Er ist weder zu zart noch zu kräftig. Sie nennen keinen Samowar Ihr Eigen? Bereiten Sie eine kleine Kanne mit sehr starkem Aufguss zu und füllen Sie eine größere, passende, mit heißem Wasser. Stellen Sie beide auf ein schönes Tablett. Schenken Sie in dekorative Tassen oder Gläser ein, nur wenig von dem tiefdunklen Tee, den Sie vorher durchgesiebt haben, damit er nicht bitter wird, und dann von dem heißen Wasser. Reichen Sie Zitrone, Würfelzucker und Gebäck.


Zur russischen Kultur und Gastlichkeit, aber auch zum Familien- und Arbeitsleben gehört Tee, sowohl für den Alltag auch auch für Feste. Karawanentee ist vielleicht nicht Ihre Sache, Sie besitzen einen gewöhnlichen Wasserkocher, und trotzdem konnten wir Ihnen ein paar Anregungen geben.                 

 

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