Tee aus den Niederlanden: Eine Reise durch die niederländische Teekultur
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem gemütlichen niederländischen Café, eine Tasse dampfenden Tee vor sich, während draußen der Wind über die Grachten fegt. Tee aus den Niederlanden mag auf den ersten Blick nicht so präsent wirken wie in Großbritannien, China oder Japan, doch die niederländische Teekultur steht für ein faszinierendes Geflecht aus Handelstradition, Kolonialgeschichte und regionalen Eigenheiten. Begleiten Sie uns auch im heutigen Beitrag in eine Welt, in der Tee nicht nur ein Getränk, sondern auch ein Stück Geschichte ist.
Historische Wurzeln: Tee aus Holland als Handelsmacht
Die Niederlande, oft auch liebevoll als Holland bezeichnet, waren im 17. Jahrhundert die unbestrittenen Könige des Teehandels. Die "Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC)" brachte Tee aus Asien – vor allem aus China und später Indonesien – in riesigen Mengen nach Europa. Tee aus Holland symbolisierte damals Luxus und Wohlstand; die Amsterdamer Häfen waren Drehscheiben der globalen Logistik. Heute profitieren die Niederlande noch immer von dieser Tradition: Der Hafen von Rotterdam ist Europas größter Teeumschlagplatz, wo jährlich Tausende Tonnen Tee anlanden und weiterverteilt werden.
Special der niederländischen Teekultur
Wenn Sie sich fragen, welchen Tee Niederländer heute gern trinken, lohnt sich ein Blick auf moderne, von der Landschaft inspirierte Kreationen. Ein Beispiel ist der „Islands of the Netherlands“ Schwarztee, der von den niederländischen Watteninseln inspiriert ist und schwarzen Tee mit Sanddornbeeren, Wacholderbeeren und Brombeerblättern kombiniert. Diese besondere Mischung verleiht dem Tee eine sanfte, frisch-fruchtige und leicht süß-säuerliche Note, die sich recht interessant von den Standard-Schwarztees abhebt und wunderbar zur rauen, und doch zugleich einladenden Küstenstimmung der Niederlande passt.
Friesische Nuancen: Tee aus Friesland und seine Varianten
Besonders spannend wird es in Friesland, der Region, die kulturell zwischen den Niederlanden und Deutschland schwebt. Tee aus Friesland steht für herzhafte, bodenständige Rituale: Im niederländischen Friesland genießt man starken Schwarztee mit Milch und kandiertem Zucker (Krümelkandis), oft zu „Oranjekoek“, einem traditionellen westfriesischen Kuchen.
Doch während in Nordfriesland die Teekultur flexibler und weniger formalisiert ist, so folgt sie in Ostfriesland einer streng zelebrierten Zeremonie, und zwar mit spezifischer Reihenfolge von Kandiszucker (Kluntje), Tee und Sahne, die sogar immaterielles Kulturgut der UNESCO ist! Der weiße Kluntje (großer Kandis-Kristall) muss charakteristisch in der Tasse knacken, wenn er mit Ostfriesentee übergossen wird – bevor dann die Sahne entgegen den Uhrzeigersinn in feinen Wölkchen hinzugegeben wird. Umrühren? Absolutes No-Go! 😉
Zusammenfassend lässt sich sagen: Beide Teile Frieslands – Nordfriesland und Ostfriesland – feiern ihren Tee als echtes Lebenselixier, nur mit einigen feinen Unterschieden in Sachen Süße und Stärke. Welche Region Sie auch besuchen möchten, das feine Tässchen ist in jedem Fall ein Muss. 😊
Indonesischer Einfluss: Koloniale Verbindungen
Ein Highlight der niederländischen Teekultur ist der indonesische Einfluss. Die Niederlande importierten vor allem kräftigen Schwarztee aus Java und Sumatra, besonders ab dem 19. Jahrhundert – nach anfänglichen Rückschlägen mit chinesischen Sorten entwickelten sich dort Assam-ähnliche Teesträucher zu dunklen, vollmundigen Blättern wie Broken Orange Pekoe (BOP). Diese Tees, ideal für europäische Mischungen und Ostfriesentee, wurden über die Häfen von Amsterdam und Rotterdam vertrieben und prägten den Markt bis zum Zweiten Weltkrieg. Heute bereichern sie weiterhin niederländische Blends, unterstützt durch vulkanischen Boden und tropisches Klima als Qualitätsgaranten.
Teegenuss mal anders – Tee-Zeit im Grünen
Wenn Sie planen, die Niederlande zu bereisen, lohnt sich unbedingt der Besuch in einem niederländischen Teegarten (auf Niederländisch „Theetuinen“) – einer liebevoll gestalteten Gartenanlage oder einem kleinen Park, in dem Tee, Gebäck und oft auch leichte Speisen in entspannter, naturnaher Atmosphäre serviert werden. Typisch sind gemütliche Sitzplätze zwischen Blumenbeeten, Obstbäumen oder an kleinen Wasserläufen, sodass Gäste ihren Tee entspannt im Grünen genießen können. Auf der Karte finden sich neben klassischem Schwarztee häufig aromatisierte Mischungen, Kräuter- und Früchtetees, dazu hausgemachte Kuchen, Scones, Torten oder regionale Spezialitäten. In vielen holländischen Teegärten können Sie spazieren gehen, Beete und Pflanzungen anschauen, manchmal kleine Ausstellungen oder Kunsthandwerk entdecken oder an Veranstaltungen wie Lesungen, Musiknachmittagen oder Gartenführungen teilnehmen; für viele Gäste ist es ein Ort, um zur Ruhe zu kommen, zu lesen, sich zu unterhalten oder einfach bei einer Tasse Tee die besondere, entschleunigte Atmosphäre zu genießen. Viele Theetuinen liegen ideal an Fahrrad- und Wanderwegen, sodass sich eine Teepause wunderbar mit einer Tour durch die niederländische Landschaft verbinden lässt – ganz im Sinne der gelassenen, genießerischen niederländischen Teekultur.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Tee aus den Niederlanden zeigt, wie eng Genuss, Geschichte und Landschaft miteinander verwoben sein können. Von holländischen Teegärten im Grünen über friesische und ostfriesische Teerituale bis hin zu indonesisch-geprägten Einflüssen spannt sich eine vielfältige niederländische Teekultur, die Tradition und Moderne auf besondere Weise verbindet. Moderne Teemischungen wie der von den Watteninseln inspirierte „Islands of the Netherlands“ Schwarztee mit Sanddornbeeren greifen diese Nähe zur Natur auf und übersetzen sie in die Tasse – ideal für alle, die Tee nicht nur trinken, sondern ein Stück niederländisches Lebensgefühl erleben möchten.
Sie haben nun Appetit bekommen und möchten gern „Oranjekoek“ zum Tee probieren? Sie können ihn selbst backen, das Rezept ist etwas anspruchsvoller, aber es lohnt sich!
Friesischer Orangenkuchen
Zutaten für den Teig
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350 g Weizenmehl Type 405
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200 g Zucker
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30 g Butter
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1 Prise Salz
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1,5 TL Backpulver
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1 Ei (Größe M)
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50–75 ml Wasser
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2 gestrichene TL gemahlener Anis
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1 gestrichener TL gemahlene Muskatnuss
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Abrieb einer Bio-Orange
Für Füllung und Topping
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250 g Mandelpaste
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1 Ei (Größe S)
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100 g Puderzucker
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1 EL Orangensaft
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Rosa Lebensmittelfarbe (oder einige Tropfen Rote-Bete-Saft)
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250 ml Schlagsahne
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2 EL feiner Kristallzucker
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Mandarinen-Orangenspalten
Zubereitung Teig:
Geben Sie zunächst das Wasser in eine Rührschüssel und fügen Sie anschließend alle übrigen Zutaten für den Teig hinzu. Kneten Sie alles zu einer homogenen Masse; wirkt diese noch zu trocken, einfach nach und nach etwas zusätzliches Wasser einarbeiten, bis der Teig geschmeidig ist.
Teilen Sie den Teig in zwei Portionen. Rollen Sie die erste Hälfte aus und legen Sie sie in eine quadratische Form (ca. 20 × 20 cm) oder in eine runde Springform. Die zweite Teighälfte können Sie ebenfalls schon ausrollen, aber zunächst beiseitelegen.
Füllung:
Verrühren Sie die Mandelpaste mit dem Ei zu einer glatten Masse. Rollen Sie diese Mischung aus und legen Sie sie wie eine „Sandwich-Schicht“ auf den bereits in der Form liegenden Teigboden.
Anschließend die zweite Teigplatte vorsichtig darüber legen und die Ränder leicht andrücken.
Backen Sie den friesischen Orangenkuchen im vorgeheizten Backofen bei 170 °C Ober-/ Unterhitze für etwa 30 Minuten. Danach den Kuchen in der Form vollständig auskühlen lassen.
Topping
Für das Frosting Puderzucker mit Orangensaft und etwas Lebensmittelfarbe verrühren, bis eine glatte, streichfähige Glasur entsteht. Diese gleichmäßig auf dem erkalteten Kuchen verteilen und antrocknen lassen.
Nun den Kuchen mit einem scharfen Messer in Stücke schneiden. Sahne mit Zucker steif schlagen und mit einem Spritzbeutel auf jedes Stück einen großzügigen Sahnetuff setzen. Zum Schluss jede Portion mit einer Mandarinen-Orangenspalte verzieren – sich freuen und in Ruhe zu einer schönen Tasse Tee genießen, unsere Ostfriesentee Blattmischung Schwarztee eignet sich hierzu vorzüglich. Gutes Gelingen!
In diesem Sinne – mich persönlich hat dieser Beitrag inspiriert, dieses Jahr „per Radl“ in die Niederlande zu reisen und viele gemütliche Theetuinen zu besuchen. 🚲☕🌺
Herzlichst
Zora von Roberts Teehaus
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